Für mich, der ich schon seit 44 Jahre das Paddel schwinge, stellt sich die Frage nicht. Es gehört einfach zu meinem Leben dazu, aber ich will auch andere überzeugen, darum weise ich hier mal auf die Vielseitigkeit hin.
Bin ich der Typ Mensch der gerne alleine unterwegs bin, kann ich das als Kanuwanderer machen. Entweder einfache Touren auf dem Altrhein oder wochenlang auf der Donau oder der Loire. Für große Touren gehört schon Erfahrung und logistisches Vermögen dazu. Will ich es wilder, kommt das Wildwasser fahren in Betracht. Auch hier arbeitet man sich Schritt für Schritt voran. Geht man z.B. an die Soca in Slowenien, kann ich ab Kobarid eine leichte Tour machen. Wildwasser (WW1) der Stufe 1 bedeutet, dass man sich auf die Grundschläge konzentrieren kann. Wenn ich da sicher bin fahre ich ab Cezsoca abwärts. Hier hat man Strömung und kann sich an die anderen Verhältnisse gewöhnen. Mal muss ein Ast umfahren werden, der in den Fluß ragt, mal ist ein Felsen im Weg. Ist man hier sicher kann man sich auf WW 3 oder sogar WW 4 wagen. Wildwasser geht natürlich nicht im Alleingang, sondern nur als Team. Hat man erfahrene Mitpaddler dabei, die Absichern, die die Fahrroute erklären und Vorfahren, gibt das einem die nötige Sicherheit. Befährt man unbekannte Strecken kann man für 4 Kilometer schon mal 5 Stunden brauchen. Aussteigen, Anschauen, Route festlegen, Absichern, Befahren, immer dann wenn es unübersichtlich wird. Das dauert, aber nur dann ist man sicher unterwegs. Leichtsinn hat hier keine Chance.
Ist man mehr Gruppenmensch ist das Drachenboot die richtige Alternative. Bis zu 20 Paddler in einem Boot, alle im gleichen Takt, da kann man sich auspowern.
Bin ich mehr der Spielertyp, kann ich es mit Kanupolo probieren. Schon beim ersten Mal kann man da Spass haben, sofern einem Kentern nichts ausmacht. Denn das wird passieren, als Kind weniger als Erwachsener mehr. Später lernt man die Eskimorolle, dann ist das Kentern wieder egal. Auch hier geht es nur im Team, als Funsportart oder auch als Leistungssport.
Habe ich mit einer Spielsportart nichts am Hut, möchte ich mich mehr auf die Paddeltechnik und Schnelligkeit konzentrieren, dann ist der Kanurennsport das richtige. Im Einer, Zweier oder Vierer über 200 Meter oder gar Kanumarathon, die Bandbreite ist gewaltig. Dann kann man auch noch zwischen Kajak und Kanadier wählen. Um Erfolg zu haben, heißt es sich dann zu entscheiden.
Hat man als Kind schwimmen gelernt, kann es mit dem Kanusport losgehen. Und man kann es bis ins hohe Alter betreiben, ist an der frischen Luft, kann die Natur genießen und Spass am Sport haben.
Viele Gewässer laden zum Paddeln ein, ganze Regionen haben sich dem Kanusportler gewidmet. Die Lahn in Hessen, die Ardeche in Frankreich oder die Soca in Slowenien, überall gibt es Gegenden die vom Kanusport geprägt sind.
Im Verein oder bei kommerziellen Anbieter kann man mit dem Paddeln beginnen, die Vielfalt ist grenzenlos. Macht es einfach, in der Natur mit der Natur.